Trans-Europa-Lauf aktuell !!

Da Dagmars Hauptsponsor kurzfristig vor dem Start abgesprungen ist, kann sie leider nicht mit mir zusammen durch Europa laufen. Deswegen wird sie hier an dieser Stelle so oft es geht von mir berichten und Bilder von der Strecke einstellen.
Ich melde mich dann nach dem Rennen wieder.
Euer Achim

An alle, die Achim an der Strecke besuchen: Ich freue mich, wenn ihr mir Fotos und Kommentare schickt, dann kann ich sie hier einstellen.

Mailto: office@dagmar-grossheim.de

Danke
Dagmar

13.04.2009

Abschied am Bodensee und Aufbruch nach Bari, wo am 19. April um 10 Uhr der Startschuß in Richtung Nordkap fallen wird

14.04.2009

Erste Station: Westfalia in Rheda-Wiedenbrück, Wohnmobil übernommen.

Zweite Station: Schwabenheim, Betreuer Günter Schewer abgeholt - und weiter geht es nach Bari

16.04.2009

Achim ist bereits 100 KM vor Bari und freut sich auf den Start am Sonntag, er ist gut vorbereitet und motiviert. Die ersten kleinen technischen Probleme mit dem Wohnmobil haben die beiden bereits beseitigt und nun läuft alles nach Plan.

Ich arbeite ab morgen eine Woche auf Mallorca, wo ich wahrscheinlich keine News einstellen kann, die ersten Lauftage kann ich dann leider nichts berichten, verspreche aber für das nächste Wochenende eine Zusammenfassung mit den ersten Bildern aus Italien.

26. 04.2009

Inzwischen ist die erste Woche bereits vergangen. Ich telefoniere und SMSe jeden Tag mehrmals mit Achim. Die ersten vier Etappen lief es bei ihm überhaupt nicht rund. Für die ersten Wochen war von seiner Seite zwar nicht unbedingt geplant mit der Spitze mitzulaufen, aber ein derart hohes Tempo der ersten 10 Läufer hatte trotzdem niemand erwartet. Hoffentlich verheizen sich die Läufer an der Spitze nicht zu früh. Achim läßt sich davon nicht beirren und läuft wie geplant. Obwohl es die letzten vier Tage besser ging und der Abstand zur Spitze in einigen Etappen nicht mehr ganz so hoch war, kommt es ihm manchmal vor, als könne er überhaupt nicht laufen, so schnell wird er hin und wieder von den ersten, die eine Stunde später starten eingeholt. Er läuft jeden Tag einen Schnitt von ca. 9 bis 9,5 km/h, ein Tempo, was nun nicht unbedingt langsam ist für ein Rennen über 64 Tage. Es bleibt auf jeden Fall abzuwarten, ob und wenn ja wie viele der schnellen Jungs vor ihm dieses Tempo durchhalten können oder überhaupt das Nordkap erreichen. Drei der insgesamt 65 Läufer sind am heutigen Tag bereits ausgeschieden. Deshalb ist wichtig, dass er einfach sein Ding weiter macht und sich nicht beirren läßt.

Ansonsten ist der Tagesablauf sehr stressig, morgens um 4:30 Uhr steht er auf, dann heißt es anstehen in der Schlange der Läufer um das Frühstück zu bekommen, um 6 Uhr Start, dann geht der Stress auf der Strecke los, in Italien wird viel auf der SS16 gelaufen, einer sehr befahrenen Strasse, ich kenne sie aus meinen Radtrainingslagern in Cesenatico und habe immer so gut es ging versucht diese zu meiden. Im Ziel heißt es dann wieder auf eine warme Dusche warten, sich beeilen, weil die anderen ebenfalls duschen möchten, kurz ausruhen und wieder um 18 Uhr für ca. zwei Stunden beim Abendessen zu sein. Wenn über 100 Menschen gleichzeitig essen möchten dauert es leider so lange. Danach ist schon fast Schlafenszeit, denn 4:30 Uhr klingelt mal wieder der Wecker

Unten noch zwei Bilder aus Italien von der Hinfahrt, Bilder von der Strecke habe ich bisher leider keine.

28.04.2009

Wieder hat Achim zwei Etappen geschafft. Das Wetter in Italien läßt die Läufer leider immer wieder im Stich. Es ist sehr unbeständig und immer wieder machen Sturm und Regen den Läufern das Leben noch schwerer. Achim ist heilfroh, dass er ein Top-Wohnmobil dabei hat und nicht in engen Quartieren oder sogar Zelten schlafen muss, wie einige der Mitstreiter.

Heute ist er die zweite Hälfte zusammen mit Elke und Marcel gelaufen und ich freue mich für ihn, dass die drei unterwegs mal ein paar nette Gespräche führen konnten, 64 Tage sind eine lange Zeit und dies ist wichtig um motiviert zu bleiben.

Für morgen steht der erste Doppelmarathon an und da bleibt nicht viel Zeit für ihn zum Ausruhen vor dem Abendessen.

Mit "Fitline-Günter" kommt er prima klar und ich bin froh zu wissen, dass er gut betreut wird - wenn ich es schon nicht selbst machen kann :-(

Nächste Woche fahre ich ihn besuchen und darauf freuen wir uns schon beide riesig.

29.04.2009

Heute war die bisher längste Etappe mit 84 KM. Achim geht es gut, keine Schmerzen oder Probleme, er läuft konstant sein Tempo und fühlt sich wohl. Einigen Mitstreitern geht es inzwischen schon nicht mehr so gut, die ersten Fälle von Shin-Splin sind auch schon dabei. Das kenne ich leider und ich weiß, dass die Vorstellung mit diesen Schmerzen noch über 50 Tage laufen zu müssen brutal sein muss.

Bella Italia war heute mal wieder nicht gut drauf, statt viel Sonne gab es Blitz und Donner ohne Ende, den Rest des Abends Regen, Regen, Regen. Ich drücke die Daumen für besseres Wetter, denn morgen ist eine kurze Etappe mit 50 KM und anschließendem "Waschtag" (gemeint ist die Wäsche - nicht der Achim,
der duscht täglich :-)

30.04.2009

Die kurze Etappe von 50 KM lief gut für Achim, er hat sich gut gefühlt und läßt sich weiterhin von der Platzierung nicht aus der Ruhe bringen. Er schaut sich keine Listen an und weiß nicht mal genau wo er steht. Er hat völlig Recht, wenn er sagt, dass es erst im letzten Drittel der Gesamtstrecke interessant wird. Stimmt ja auch, beim Triathlon interessiert auch niemand, wer als erstes aus dem Wasser kommt. Also warten wir mal ab, wie es nachher in Schweden aussieht.

Leider wieder die erste Hälfte nur Regen, der Po ist völlig über die Ufer getreten - Italien unter Wasser !!

01.05.2009

Heute war Achim richtig gut drauf, das Wetter war sehr schön, die Strecke deutlich verkehrsärmer als die anderen Tage und zeitweise herrlicher Blick auf die italienischen Alpen. Am Ende der Etappe konnte er sein Tempo noch mal steigern und hat sich bis zum Schluß gut gefühlt (Etappenlänge fast 70 KM). Am Nachmittag gab es dann zur Belohnung mal einen richtig guten Eiscafé in der Sonne. Hat er sich verdient!!

Vielen Dank von Achim auch an die Fans, die mir immer wieder Grüße an ihn schreiben, die ich jeden Abend an die Strecke weitergebe.

Morgen wieder eine Etappe von fast 70 KM.

02.05.2009

"Never Touch a running system" und schon gar keinen "Running Achim" - aber kleine überflüßige Experimente machen wir dann doch manchmal und werden sogleich bestraft. Meinte doch Achim gestern Abend er wolle mal die koreanische Geheimmassage testen. Was für den Koreaner gut ist, muss nicht unbedingt für den Achim gut sein. Das weiß er nun auch, denn das Ergebnis der gestrigen Behandlung war eine üble Zerrung nahe des Ischiasnervs, was ihn heute sehr stark einschränkte. Durch die Schonungshaltung hat sich dann auch noch die Wade komplett verhärtet und die letzten 20 KM war Achim mit jedem schnelleren Schritt kurz vorm Krampf. Das machte sich natürlich auch in seiner Laufzeit von heute bemerkbar.

Aber das Schicksal meinte es dennoch gut mit ihm und schickte ihm gerade heute den Markus Moisl, Fitliner aus Österreich, der einen Freund mit physiotherapeutischen Kenntnissen dabei hatte. Anscheinend hat man ihn wieder gut hingekriegt, er wird morgen bei der langen Etappe von 77 KM noch mal langsam machen und sollte dann wieder fit sein.

Ich drücke jedenfalls fest die Daumen - morgen Nachmittag ist übrigens der erste "1.000er" geschafft, bleiben "nur" noch knappe 3.500 KM.

Für die Fitliner im Süden: Ich bin morgen bei der BA Bodensee und beantworte gerne alle Fragen zum Thema

03.05.2009

Mit der leichten Verletzung ist Achim heute etwas vorsichtig gelaufen, ging aber alles gut.

Die Strecke war sehr schön, gegen Ende ging es am Kalterer See vorbei. Das Wetter sehr gut, teilweise schon fast zu heiß.

Morgen eine Etappe von 65 KM

04.05.2009

Auf der heutigen Etappe nach Schlanders ging es schon deutlich bergiger zu. Achim hatte gute Beine, vor allem bergauf hat er sich sehr gut gefühlt, bergab hat es im Muskel noch etwas gezwickt. Morgen steht dann der Reschenpass auf dem Plan, Achim freut sich, Berge hat er ja in der Fränkischen genug trainiert in den letzten 10 Jahren. Die morgige Etappe ist 64 KM lang und die Truppe wird die erste Grenze Italien - Österreich passieren.

Zitat von ihm gerade per Telefon: " Hier wird immer noch ein irres Tempo gelaufen, nicht nur die ersten drei, sondern auch im Mittelfeld, manche gehen wirklich jeden Tag ans absolute Limit. So, als wenn morgen das Rennen vorbei wäre. Dabei haben wird gerade mal die ersten 1.000 KM geschafft und für die meisten beginnt bald völliges Neuland, die wenigsten sind schon mal mehr als 1.200 KM gelaufen. Inzwischen sind schon 9 Läufer/innen ausgeschieden und das werden sicherlich noch deutlich mehr."

Achim mit seinen Fitline-Fans in der Nähe des Gardasees
05.05.2009

Langsam kommt er in Schwung !!

Heute bei der ersten richtigen Bergetappe lief es wie am Schnürchen, mit einer Zeit von unter sieben Stunden über 64 schwere Kilometer und trotzdem lockeren Beinen war Achim sehr zufrieden. In den Bergen werden die Karten noch mal neu gemischt und Bergetappen wird es noch einige geben. Morgen gibt es noch mal eine schwere Etappe über 60 KM.

11.05.2009

Heute morgen bin ich zurück gekommen von meiner Tour zu Achim an die Strecke. Ich habe vier Etappen mit ihm zusammen verbringen dürfen und ihn dabei so gut es ging betreut und verwöhnt.

Angefangen habe ich am Donnerstag Mittag, bin in Seeg im Etappenziel angekommen und ihm sechs Kilometer entgegen gelaufen um zusammen mit ihm zurück zum Ziel zu laufen. Riesige Freude bei uns beiden nach vier Wochen Trennung.

Die nächsten drei Tage bin ich jeweils vom Start losgefahren und habe immer wieder zwischendurch das Wohnmobil geparkt um ein paar Kilometer mit Achim zu laufen, dann wieder zurück zum Wohnmobil um ihn später wieder zu treffen. Für mich war das ein gutes Training, immer wieder loslaufen und das in einem Tempo, was für mich nicht unbedingt langsam ist. Achim läuft auch nach drei Wochen noch ein Tempo von ca. 6 Min/KM in einem Gelände mit allerhand Bergen dabei. Ich war mit ihm im Allgäu und dort geht es verdammt viel rauf und runter. Besonders schön war, dass ich jeden Nachmittag mit ihm zusammen ins Ziel laufen durfte.

Ich konnte mich nun überzeugen, dass es Achim gut geht. Meiner Meinung nach macht er alles genau richtig, er läuft so gut wie er kann und nicht mehr. Von der Gesamtstrecke ist erst ein Drittel geschafft. Fast 3.000 liegen noch vor den Läufern. Es macht überhaupt keinen Sinn sich jetzt zu überfordern, was allerdings nicht alle Läufer dort berücksichtigen. Ich habe Einige mehrere Tage voll am Limit laufen sehen, manchmal mit dem Ergebnis, dass am nächsten Tag zwei Stunden verloren wurden. Mit Gewalt an die Spitze zu laufen ist zum jetzigen Zeitpunkt sicherlich nicht clever und wenn es im Moment nicht für die vorderen Plätze reicht, dann vielleicht ein paar Tausend Kilometer später. Und wenn die "jungen Burschen" einfach besser sind, ist das auch keine Schande.

Desweiteren hatte ich die Gelegenheit mir ein wenig ein Bild über den gesamten Tross zu machen. Im Prinzip ist alles dabei, nette Menschen, zwei Schweden, die ein Experiment für die Armee durchführen, einer der für seinen verstorbenen Freund läuft, Läufer, die gewinnen wollen - Läufer, die nur ankommen möchten und eine ganze Reihe von Exemplaren, die der Bevölkerung das Gefühl vermitteln, dass diese Läufer ziemlich durchgeknallt sind.

Der Führende, Rainer Koch, ist übrigens ein ganz netter und sympathischer junger Mann, den Achim schon mal vor 10 Jahren zuhause besucht hat um mit ihm zu einem Rennen zu fahren. Bei dieser Gelegenheit hat er damals schon sein Potential erkannt und prophezeit, dass er mal sein Nachfolger wird. Anscheinend ist dieser Zeitpunkt jetzt gekommen.

Ich freue mich, dass Achim langsam in das Rennen hinein gefunden hat und mittlerweile auch schon ein paar Plätze gut gemacht hat. Seit Bozen fühlt er sich gut und wird sicherlich bald einen Platz unter den Top Ten belegen.

Nach drei Etappen von 80 KM kommt morgen mal wieder eine etwas kürzere von 65 KM und es bleibt für alle etwas mehr Zeit zum Regenerieren.

12.05.2009

Heute war eine relativ kurze Etappe von 65 KM, dafür hatte die Strecke es in sich, lange steile Rampen von 15 % Steigung. Aber das mag Achim gerne, Beine waren locker und am Nachmittag im Ziel war er gut drauf und nicht sehr müde. Ins Ziel kam er genau richtig vor dem großen Regen und so hat für ihn alles gepasst.

13.05.2009

Auf der heutigen Etappe von 71 KM hat es etwas gedauert bis Achim locker wurde. Die ersten 30 KM sind ihm sehr schwer gefallen. Auf der Strecke warteten wieder mal einige steile Rampen mit 15 bis 19% Steigung auf die Läufer. Mit Ausnahme von Rainer Koch, dem Mann an der Spitze, schwächeln alle Teilnehmer mal zwischendurch. Von den gestarteten 67 sind noch 55 dabei, nach 25 Etappen keine hohe Ausfallquote.

Morgen mal wieder etwas weniger - 64,5 KM sind zu laufen. Ich wünsche ihm gute Beine und mal wieder schönes Wetter.

14.05.2009

Soeben habe ich mit meinem sehr gut gelaunten Achim telefoniert. Heute hat ihm das Laufen richtig Spaß gemacht und die Müdigkeit von gestern war verschwunden. Gestern früh ins Bett gegangen, war er heute gut ausgeschlafen und die Beine locker. Die ersten 40 KM waren schon unter vier Stunden geschafft und die letzten 25 KM lief er nicht bedeutend langsamer, d.h. ein Tempo von 10 km/h im Schnitt.

Ich bewundere wie schön konstant er jetzt durch dieses Rennen kommt, große Einbrüche hatte er bisher noch keine und ich bin sicher, dass er bald unter den Top Ten der Gesamtliste zu finden sein wird.

Übernachtet wird heute in einer Schule und Achim war den ganzen Nachmittag umringt von den Mädels der Schule. Sogar bis zum Eiscafé haben sie ihn verfolgt und fanden alle er sei der allercoolste von den ganzen Läufern. Morgen erscheint eine halbe Klasse von 11jährigen Damen mit Autogrammen von ihm und Kopien seiner Tatoos auf den Armen zum Unterricht. Ist doch schön, wenn man als "älterer Herr" noch die Jugend begeistern kann, vielleicht war auch deshalb die Laune heute besonders gut :-)

Morgen will er (Etappe über 68 KM) ein wenig Tempo rausnehmen um die längeren Etappen danach mehr Kraft zu haben.

15.05.2009

Die heutige Etappe war sehr schwer und deshalb nicht so erholsam wie eigentlich geplant. Morgen sind es noch ein paar Kilometer mehr und das Ganze durch den Harz, z.B. durch Seesen, also ganz bestimmt viele harte Steigungen.

Das Wetter war heute für Achim trocken, aber bewölkt. Kurz nach dem Start hat der Regen aufgehört und als er im Ziel war, fing es wieder an. Wie immer erwischt es die langsamen Läufer, die es eh schon schwerer haben, weil sie länger unterwegs sind und weniger Regeneration haben.

Ich drücke jetzt mal allen die Daumen für besseres Wetter, sobald es nach Schweden geht wird es immer unangenehm sein - entweder Regen oder Mücken, für meinen Geschmack beides nicht toll. Aber der Transeuropalauf ist ja auch keine Urlaubsreise, sondern eine echte Herausforderung.

Respekt übrigens für alle, die bis hier schon gekommen sind !!

16.05.2009

Super Tag gewesen heute - als Gesamt-Neunter hat Achim heute das Ziel erreicht, in einem Tempo von 10 km/h über 76 KM durch den Harz. Ich bin begeistert und sehr stolz auf ihn.

Langsam macht es immer mehr Spaß nachmittags die Ergebnislisten zu lesen und Achim hat auch seine Freude. Wenn man bedenkt, dass er in den ersten Tagen teilweise auf Platz 23 und 24 ins Ziel kam! Dabei läuft er nicht bedeutend schneller, hat sich nur einfach nicht aus der Ruhe bringen lassen von den Konkurrenten, was sicher manchmal schwer war. Hin und wieder kam anfangs die Frage an ihn, wie es denn so ist, im Mittelfeld zu laufen. Wenn ich jetzt schreibe, dass der ein oder andere, der diese Frage gestellt hat entweder selber dort jetzt läuft oder überhaupt nicht mehr dabei ist, brauche ich nicht mehr zu kommentieren wer nun bisher alles richtig gemacht hat. Bis zum Nordkap werden die Karten sicherlich noch öfter neu gemischt.

Im übrigen habe ich noch keinen Tag von Achim etwas über Schmerzen oder Überlastungen gehört, einzige kleine Ausnahme der Massage-Test am Anfang. Aber so etwas läßt er jetzt sein. Für mich ein Phänomen, er braucht keine Massagen, keine Tapes, garnichts - außer gute Nahrung (wozu natürlich auch Fitline einen großen Beitrag leistet) und Schlaf und gute Kopfform - und dann läuft der Motor bzw. der Achim. Falls es jemand nicht weiß oder es vergessen haben sollte, wir feiern nach seiner Rückkehr seinen 58. Geburtstag, andere sind in diesem Alter zum Teil schon im Ruhestand.

Morgen stehen noch mal 70 KM auf dem Plan und übermorgen wird der zweite Tausender voll gemacht. Wir nähern uns langsam der Halbzeit !!

18.05.2009

Gestern gab es nichts besonderes zu berichten, Achim ist einfach nur gelaufen, so wie immer.

Heute ging die Strecke 70 KM entlang des Elbe-Seiten-Kanals. "Die schlimmste Strecke seit Beginn der Tour" so der O-Ton von Achim. Schmaler unebener Schotterweg und stinklangweiling. Aber dennoch ist er mal wieder mit fast 10 km/h über die 76 KM lange Strecke gekommen - und das ganze ohne Probleme.

Morgen noch mal 70 KM und dann kommen zwei "Pausentage" mit 44 bzw. 55 KM. Und dann ist auch schon wieder ein Land geschafft, denn am Mittwoch Abend geht es auf die Fähre nach Göteburg.

19.05.2009

Heute in Trittau war richtig was los. Die Läufer wurden alle persönlich in Empfang genommen. Sämtliche Sportvereine waren auf den Beinen und die Teilnehmer freuten sich alle über die Aufmerksamkeit, die sie bekamen. Im Ziel gab es nicht nur Cheerleader und Musik, sondern auch jede Menge Kuchen , Obst, Grillwürste und andere Leckereien, die die Zeit bis zum Abendessen verkürzten. Sicherlich waren einige auch froh, wenn sie mal andere Menschen, als nur die Laufkollegen, um sich haben konnten.

Achim ist wieder mit lockeren 10 km/h über die 70 KM gelaufen. Schön ist, dass er dabei nie an die Grenze gehen muss, das wäre jetzt auch noch viel zu früh. Die Kraft, die er jetzt lassen würde, könnte er nie mehr aufbauen. Immerhin ist noch nicht einmal die Hälfte der Gesamtstrecke geschafft!!

Im Ziel wird er immer wieder als "die Lauflegende Deutschlands" begrüßt, ein Titel den er sich redlich verdient hat, sozusagen als Pionier der Kontinentalläufe. Sehr oft kommen Menschen nur seinetwegen an die Strecke und lassen sich mit ihm fotografieren, bedanken sich hinterher per E-Mail dafür und sind stolz, ihn mal live getroffen und gesprochen zu haben. Kann ich gut verstehen, er ist ja auch ein netter Kerl ;-)

20.05.2005

Bergfest !! Die Hälfte der Etappen ist geschafft, ab jetzt geht es sozusagen nach Hause. Heute war ja eine ganz kurze Etappe mit 44 KM. Achim ist wieder 10 km/h gelaufen und hat nicht versucht eine neue Marathonbestzeit zu laufen, wie andere. Die kurze Etappe sollte man nutzen um sich ein wenig zu erholen. Sie zu nutzen um zu zeigen, was man drauf hat, macht nicht wirklich Sinn, aber jeder entscheidet für sich alleine.

Ansonsten wurde heute noch mal das Wohnmobil aufgerüstet für die lange Reise durch Schweden, Vorräte aufgefüllt, Gasflaschen getauscht usw.

Heute ist Fitline-Besuch an der Strecke und Achim läßt sich zum Eiscafé in die City von Bad Segeberg fahren, ein Luxus, den es leider sehr selten gibt. Solche Kleinigkeiten am Rande der Strecke sind immer wieder Grund zur Freude und geben neue Kraft. Heute war Achim schon um 11 Uhr im Ziel und so ist viel Zeit zum Ausruhen. Das ist gut, denn Morgen Nachmittag ist Einschiffen auf der Fähre und geschlafen wird in engen Kabinen, wo es sicher nicht sonderlich gemütlich ist. Aber da müssen alle durch.

Danke an Norbert für die Fotos von der Etappe nach Bad Segeberg - wenn auch aufgrund von nicht optimaler Kameraeinstellung nur in schwarz/weiß. Hauptsache wir erkennen unseren Achim
21.05.2009

Heute war der Zieleinlauf mal etwas anders, direkt am Schwedenkai in Kiel, sozusagen direkt vor der Fähre der Stena Line, die um 19.00 Uhr nach Göteborg ablegt. Das Einschiffen ist bereits erledigt, ich habe mir das ganze zuhause an der Webcam angesehen. Die Truppe sitzt jetzt gerade beim Abendessen auf dem Schiff.

Gelaufen ist Achim wie immer - 10 km/h - und danach immer gut drauf, außer etwas Müdigkeit am Nachmittag gibt es nichts zu berichten.

Morgen noch mal eine kurze Etappe von knapp 50 KM. Gestartet wird erst um 9.00 Uhr, direkt nachdem die Fähre angelegt hat. Der Auto-Tross darf erst danach das Schiff verlassen und deshalb mußten alle heute mit kleinem Gepäck und Laufsachen für morgen an Bord gehen. Zur Zeit ist es stockdunkel und heftiger Gewitterregen in Kiel, was hoffentlich beim Ablegen besser ist, damit wir noch schöne Bilder von Achim bekommen.

Dann wünsche ich jetzt allen eine schöne Überfahrt ohne Seekrankheit.

22.05.2009

Erste schwedische Etappe im strömenden und kalten Regen erledigt. Achim ist noch etwas schneller gelaufen als die letzten Tage. Entweder lag es daran, dass er sehr gefroren hat, denn es ist deutlich kälter dort oben als bei uns in Deutschland, oder das "Auftanken" auf dem Schiff hat ihn gestärkt. An Bord der Fähre sind die Läufer gestern Abend und heute morgen mit einem gigantisch gutem Buffet verwöhnt worden. Das hat so richtig gut getan, dem Geist und dem Körper.

Die Einfahrt mit dem Schiff in Göteborg muss etwas besonders Schönes sein, denn bevor man den Hafen erreicht kommt man an unzähligen kleinen Inseln vorbei, auf jeder steht ein einzelnes Haus. Das Licht war heute morgen richtig gut und Achim hat super Bilder gemacht. Die Besucher der nächsten Vorträge dürfen sich also schon mal freuen.

Einen kleinen "Fitline-Empfang" gab es beim Verlassen der Fähre in Göteborg auch, gestartet wurde kurz vor 10 Uhr.

Heute Abend wird an einem kleinen einsamen See im Wald übernachtet - typisch schwedisch und sehr idyllisch.

Auf der Strecke gibt es dann mal wieder ernsthaft etwas zu tun, morgen 82 KM und übermorgen 86 KM. Den Wetterbericht für die nächsten Tage will sicher keiner der Läufer wissen, denn das Wetter bleibt "schwedisch nass"

23.05.2009

Auf der 35. Etappe hat Achim sich nun das erste Mal verlaufen. Im Prinzip nicht schlecht, dass es jetzt erst passiert, denn im Verlaufen ist er sonst Meister - im Yukon ist er schon mal acht Stunden in die falsche Richtung gelaufen und in Frankreich habe ich ihn 2007 einen halben Tag lang rund um Vichy gesucht; wer ihn mal trifft, sollte ihn nach diesen beiden Stories fragen, die sind hörenswert !!

Heute aber zum Glück nicht so spektakulär, aber sehr ärgerlich. Kurz nach einer Verpflegung bog die Strecke von einem kleinen Weg auf einen noch kleineren Weg ab, diese Stelle verpasste Achim. Als er sich später mal umdrehte, wo die Verfolger blieben, sah er niemanden mehr, lief aber trotzdem bis zur nächsten Kreuzung - keine Pfeile mehr - und es war klar, dass er falsch war. Auf dem Hinweisschild stand ein Ort, von dem er glaubte sich in Bezug auf die Streckenbeschreibung zu erinnern und bog dort ab. Riskant, diese Entscheidung bei den für uns unbekannten schwedischen Ortsnamen, aber dennoch richtig, denn wenig später sah er in weiter Ferne die Läufer diese Strasse queren. Der Läufer, der an der letzten Verpflegung schon ein wenig hinter ihm war schon lange an diesem Punkt vorbei. Um es mal mathematisch im Dreieck zu beschreiben, Achim ist die beiden Katheten gelaufen, die Strecke ging aber über die Hypotenuse. (Und in der Schule fragt man sich, wozu man den Satz des Pythagoras lernen muss).

Verloren hat er durch diese Aktion ca. 15 Minuten, aber dennoch war die gelaufene Zeit nicht schlecht, nur minimal langsamer als 10 km/h. Die nächsten Tage wird er sicherlich besser aufpassen und weniger träumen :-)

Wetter war übrigens doch ganz o.k. Am Morgen eiskalte 6°C aber trocken und später auch wärmer, im Ziel sogar Sonne.

24.05.2009

Achim super zufrieden heute - 86 KM in 8:42 Std. Wenn man bedenkt, dass er an den Verpflegungsposten immer kurz Pause macht, gibt das einen Schnitt von etwas schneller als 10 km/h. Das auf der zweiten langen Etappe in Folge spricht dafür, dass er nun wirklich konstant laufen kann und gut im Rennen liegt.

Gut gemacht, alter Schwede !!

Das Wetter war übrigens wie gestern, kalt, trocken, später etwas Sonne, heftiger Wind die ganze Zeit dabei.

Für morgen sind es dann nur 68 KM, aber übermorgen schon wieder 85 KM.

25.05.2009

Wieder locker gelaufen und in der Gesamtplatzierung einen Platz nach oben gerutscht! Heute war auf der Strecke deutlich mehr Verkehr, denn gelaufen wurde hauptsächlich auf der E26, morgen auch 80 (von 85) KM geradeaus auf dieser Strasse. Wetter wie gestern, d.h. nicht besonders warm,aber trocken, nachmittags wieder Sonne.

Ansonsten ist alles i. O. beim Achim, keine muskulären oder andere Probleme. Gute Laune und Motivation sind vorhanden.

Keine 2.000 KM mehr bis zum Nordkap, 2.500 sind bereits gelaufen, bei 3.000 fängt es an spannend zu werden, so seine Worte vor dem Start.

26.05.2009

85 KM in 8:39 Stunden ist Achim heute zusammen mit dem Norweger Eiolf Eivindsen gelaufen. Die beiden sind die komplette Strecke zusammen geblieben, heute wollte wohl keiner von beiden den anderen ziehen lassen, denn die beiden liegen im Gesamtklassement nicht weit auseinander. Achim geht es prima, immer noch alles in bester Ordnung, Wetter war auch gut heute.

Morgen sind 20 KM weniger zu laufen "nur 65".

Danke auch noch mal an alle die mir Mails schreiben, damit ich die Grüße weiter gebe !!

Falls jemand wissen möchte, was mich heute riesig erfreut hat, der sollte auf der Seite des Veranstalters Bild 23 von Etappe 38 betrachten :-) Toller Mann, gell ?

27.05.2009

Heute wurde ich von Achim nach Zieleinlauf am Telefon mit den Worten begrüßt "Ich war heute müde". Was er damit meinte war, dass er im Schnitt statt 6 Minuten, mal 6:15 min. pro Kilometer gebraucht hat und das auf einer Tour, die sehr wellig vom Profil war und dazu ein eisiger Wind bließ, zum Glück nicht von vorne. Also doch alles in Ordnung !

Von den 67 in Bari gestarteten Läufern sind übrigens jetzt noch 50 mit dabei - 1.800 KM sind noch zu laufen.

Morgen gibt es eine Etappe über 73 KM und übermorgen mal wieder richtig lang mit über 78 KM. Am 01. Juni wird der nächste 1.000er voll gemacht und 3.000 KM sind geschafft.

Ich werde erst am Montag wieder hier berichten, da ich selber auch mal wieder Sport treiben möchte :-)

Ich fahre morgen zur EM im Doppelten Ironman nach Neulengbach.

02.06.2009

Nach meinem letzten Kurzbericht an dieser Stelle hat Achim dann auch eine dicke Erkältung erwischt, was bei den schwedischen Temperaturen, Regen und vielen hustenden Mitstreitern nicht verwunderlich ist. Deshalb sind ihm ein paar Etappen sehr schwer gefallen. Mit müden Gliedern waren die Zeiten und Platzierungen ein wenig schlechter, aber die letzten drei Etappen läuft es bzw. er wieder richtig gut, Tempo schneller als 10 km/h, heute Platz 10, gestern sogar Platz 8 . Bestimmt war es mein neuer Europameistertitel im Doppelten Ironman, der ihn beflügelt hat, aber so sollte es auch sein :-)

Gestern und heute waren die Etappen kurz, morgen mal wieder fast 80 KM. Die richtig schweren Wochen werden die letzten beiden sein, dort gibt es noch drei Etappen von mehr als 90 KM zu laufen und einige über 80 KM.

Nun sind es "nur" noch 19 Tage bis zum Nordkap. Ich bin derzeit mal wieder voller Bewunderung, habe bei meinen letzten 30 KM beim Doppelten immer daran denken müssen, was Achim leistet, ich hätte heute nicht laufen wollen und morgen auch nicht - und gestern war schon Pause. Vorstellen kann auch ich mir das Ganze nicht richtig, das geht wohl nur, wenn man mitten drin ist.

03.06.2009

Eigentlich wollte Achim heute etwas langsamer laufen um ein wenig Kraft zu sparen für die nächsten langen Etappen, aber die Beine waren locker, die Erkältung ist zwar noch da, aber die Glieder nicht mehr so schwer. Außerdem war es so unglaublich kalt mit Hagel und Eisregen, dass jede Minute weniger in der Kälte ihm sinnvoll erschien. Trotz allem wieder ein Tempo von ca. 10 km/h.

Unterwegs gibt es in der Hauptsache jeden Tag Natur. Achim meinte heute, dort gibt es jeden Tag Seen, und alle sind so groß wie der Bodensee. Tja, nur wärmer ist es hier bei mir am Bodensee, ich hatte heute nicht 6°C, sondern 28°C und Achim freut sich schon, wenn er sich bei mir aufwärmen darf, aber ein paar Tage muss er noch!

Was das Wetter angeht, wird er Schweden in keiner guten Erinnerung behalten. Anders allerdings die Menschen. Dort wird den Läufern sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt, im Ziel sind immer viele Leute zum Empfang vor Ort. Im Radio wird jeden Morgen berichtet und die Auto- und LKW-Fahrer sind offensichtlich alle informiert und grüßen sehr oft die Läufer. Das Essen ist ebenfalls in Schweden jeden Abend hervorragend gewesen, abwechslungsreich, gut und reichlich. Das ist für Achim schon mal sehr wichtig. Wir kennen ja ein Teil der Küche dort aus unseren schwedischen Möbelhäusern - und da schmeckt es ja auch gut! Wenn Achim allerdings das Essen lobt, dann heißt das was, denn er ißt lange nicht alles gern.

Morgen stehen wieder 73 KM auf dem Plan, drücken wir mal die Daumen für ein paar Grad mehr auf dem Thermometer.

04.06.2009

Heute war für alle ein schwerer Tag. Die Truppe ist in Lappland und dort ist von uns aus betrachtet Winterwetter, eiskalt (2°C), dabei Wind ohne Ende und zwar von vorne, die ersten zwei Stunden Dauerregen, danach wenigstens trocken. Aber nach zwei Stunden Regen in dieser Kälte werden die Muskeln auch nicht mehr warm und geschmeidig. Der Wetterbericht für die nächsten Tage ist schlecht und kalt. Die schwedischen Läufer haben Bekannte die etwas weiter nördlich leben und dort schneit es heftig auf der Route, die in den nächsten Tagen zu laufen ist. Seit Tagen trägt er mehrere CRAFT Hemden übereinander, darüber noch Pulli und Jacke, Mütze sowieso.

Deshalb war Achims Tempo heute auch ein wenig langsamer und die Platzierung etwas weiter hinten. Sein Husten hört sich schlimm an am Telefon und wird ihm bei dem Wetter wohl bis zum Ziel erhalten bleiben.

Ich drücke jedenfalls die Daumen, dass das Wetter besser wird, als vorhergesagt, denn inzwischen haben alle Läufer viel an Kraft verloren und da macht ihnen die Kälte um so mehr zu schaffen.

05.06.2009

Heute stand eine kurze Etappe von 56 KM an, zum Glück war es heute mal trocken bei 4°C am Start und 6°C im Ziel, am Morgen schien sogar die Sonne, die leider nicht wärmte. Die Strecke verläuft derzeit immer nur entlang der E45, das Streckenprofil ist relativ eben, nicht besonders aufregend. Eigentlich warten alle nur darauf das Nordkap zu erreichen oder vielleicht mal einen Elch zu treffen. Der ein oder andere hat schon mal von weitem einen gesehen.

Achim hat ein wenig schwere Beine zur Zeit und läuft etwas verhalten, er will sich nicht ganz müde machen, denn es kommen bald viele lange Etappen auf denen man viel Zeit verlieren kann, wenn man zu müde und kaputt ist. Morgen sind fast 68 KM zu laufen.

Schon jetzt wird es kaum noch dunkel in der Nacht, es ist bis fast 12 Uhr hell und dämmert wenige Stunden später schon. Aber es geht ja nun wirklich schnell in Richtung Mittsommernacht und Nordkap. Noch gute zwei Wochen und dann ist "schon" alles vorbei. Ich freue mich jedenfalls schon riesig, dass Achim bald wieder nach hause kommt.

06.06.2009

Heute hat es Achim wieder Spaß gemacht, in einer sechsköpfigen Gruppe ist er heute fast die ganze Strecke gelaufen und alle sechs sind zusammen ins Ziel eingelaufen. Das ist schon etwas besonderes, denn meistens kommen alle Läufer einzeln ins Ziel, manchmal zu zweit.

Seine Beine waren heute wieder lockerer und das Tempo auch wieder fast bei 10 km/h. Strecke war ziemlich unspektakulär, immer nur E45.

Über die genauen Temperaturen haben wir nicht gesprochen, aber geschneit hat es zwischendurch, mehr Infos brauchen wir da wohl nicht.

Ansonsten geht es Achim gut, er ist bisher ohne nennenswerte gesundheitliche Probleme durchgekommen, allerdings hört er gut auf seinen Körper und gönnt ihm entsprechende Schonung in Form von geringerem Tempo, wenn es mal nötig ist. Bis zum Nordkap sind noch gut zwei Wochen zu laufen und dafür braucht man einen gesunden Körper.

07.06.2009

Nichts besonderes zu berichten - Achim ist 72 KM ganz gut gelaufen, Wetter kalt, teilweise Regen- und Graupelschauer, immer noch E45.

Es wird immer einsamer auf der Strasse, aber wo sollen die Menschen auch dort großartig hinfahren, die Orte werden immer kleiner und weniger - und bald kommt nichts mehr, sozusagen das "Ende der Welt".

Ausdrücklich gelobt wird von Achim jeden Abend das Essen und die Gastfreundschaft der Schweden.

Ab jetzt wird es für manche sehr hart, morgen 85 KM und übermorgen sogar 95 KM.

08.06.2009

Heute war es schwer für Achim. Nach über sieben Wochen täglichem Laufen hat auch er mal ein paar Probleme zu melden. Der hintere Oberschenkelmuskel, sowie die Adduktoren sind angeschlagen. Außerdem machen zwei Zehen ein wenig Sorgen. Durch die Schmerzen an diesen Stellen ist der Laufstil etwas aus dem Gleichgewicht, was wieder zu anderen schmerzenden Stellen führt. Aber wer Achim kennt weiß, dass er nicht viel jammert, sondern dies nur am Rande erwähnt.

Aber dennoch hat er trotz der langen Etappe nicht viel Zeit verloren, was die direkten Konkurrenten angeht. Die Läufer, die im Gesamtklassement vor und nach Achim stehen, haben so viel Abstand, dass in den letzten 13 Etappen nicht mehr viel Veränderung zu erwarten ist.

Die Laufstrecke ging wieder über die E45, die allerdings ganz schön wellig ist, einige Anstiege haben es wirklich in sich. Ich fliege morgens meist per Google Earth über die Route, was ja einfach ist, wenn es immer geradeaus geht. Heute ist zum letzten Mal eine größere Stadt angesteuert worden, danach kommt nur noch Einsamkeit. Heute sind wohl mal jede Menge Elche gesehen worden, Achim hat auch ein kleines Exemplar gesichtet. Wetter war ganz in Ordnung heute, was man dort so für i.O. hält, gefrorene Autoscheiben, aber trocken und später ein klein wenig warm (8°C) - Sommer im Schweden !

Es sind übrigens noch ca. 1.000 KM zu laufen, übermorgen wird der nördliche Polorkreis überquert, da bekomme ich beim Schreiben gleich eine Gänsehaut, ist es der Gedanke an die Kälte oder eine andere Art von Emotion?

09.06.2009

Ich habe heute sehr oft an Achim denken müssen und mir doch ein wenig Sorgen gemacht, wo doch heute mit über 95 KM die längste Etappe der Tour auf dem Plan stand und er doch gestern ein paar Probleme hatte. Außerdem stand in seiner täglichen 5 Uhr SMS etwas von kalt und Regen, was mich nicht unbedingt beruhigte. Zum Glück hörte der Regen kurz vor dem Start auf und die Temperaturen stiegen tatsächlich im Laufe des Tages in einen zweistelligen Bereich.

Das Streckenprofil war wohl sehr anspruchsvoll und ich war sehr glücklich als um kurz nach 16 Uhr bereits sein Telefon bei mir klingelte. Mit einer Zeit von 10:12 Std. für 95,1 schwere Kilometer kann er wirklich sehr zufrieden sein. Das Zeitlimit für heute ist erst um 22.45 Uhr, ist schon hart, wenn man dann erst ankommt, noch essen und duschen möchte und um 4.30 Uhr wieder raus muss.

Auf den Fotos des Veranstalters vom heutigen Tage sind deutlich mehr Elche als Läufer zu sehen, zum Teil mitten auf der Strasse stehend. Für mich heißt das, dass nun wirklich nichts mehr los ist und es ganz einsam wird.

Morgen ist mit 59,5 KM eine Erholungsetappe dran, bei KM 51 wird dabei der nördliche Polarkreis überquert. Übermorgen gibt es gleich noch mal 94 KM.

10.06.2009

Verdammt schwerer Tag heute für Achim. An einem Zeh ist das Nagelbett völlig entzündet, dass eigentlich der Nagel fachmännisch entfernt werden müßte. Der Sanitäter der dabei ist, wollte dies nicht machen, die Verantwortung Achim damit auf die lange Etappe morgen zu schicken war ihm einfach viel zu groß. Nun schmerzte der Zeh durch den Druck von Flüßigkeit aber so sehr, beim Laufen tat ihm trotz völlig aufgeschnittenem Schuh jeder Schritt höllisch weh und irgendetwas mußte getan werden. Kurzerhand hat Achim die Nagel-OP selbst in die Hand genommen und den Sanitäter nur noch die Nachbehandlung machen lassen. Oh Mann, mir tut alles weh allein bei dem Gedanken daran. Auf jeden Fall hörte er sich nach seiner Eigen-OP deutlich entspannter an als davor und ich gehe mal davon aus, dass er das richtige getan hat. Ich denke er weiß am besten was für ihn gut ist. Nun drücke ich ihm ganz fest die Daumen, dass der Tag morgen schmerzfreier wird als heute, vor allem, weil die Etappe so lang ist.

Übrigens ist Achim mit diesen Schmerzen trotzdem ein Tempo von 6:50 min/km im Schnitt über fast 60 KM gelaufen.

Korrigieren muss ich die Aussage von gestern, die Elche sollen wohl eher Rentiere gewesen sein.

11.06.2009

Regen, Regen, Regen fast die kompletten 94 KM heute. Aber sonst war unser Achim wieder ganz gut drauf, er hat den Zeh einfach ignoriert und ist gelaufen - 11 Stunden und 21 Minuten, was einem Kilometerschnitt von ungefähr 6:30 Minuten pro Kilometer entspricht, damit war mal wieder nur die schnelle 7 Uhr Gruppe schneller als er. Super, und ich habe heute soviel an ihn gedacht, ob das wohl gut geht nach der fragwürdigen OP von gestern. Froh war ich, als ich von ihm gehört habe, wie es gelaufen ist.

Nun sind es nur noch zehn Etappen und dann kann er endlich wieder zu mir nach Hause kommen!!

Morgen sind 75 KM zu laufen.

12.06.2009

Und wieder Regen ohne Ende und kalt ist es auch dabei. Für Achim ist der Regen jetzt gerade sehr schlecht, da er ja bekanntlich ein paar Probleme am Fuß hat und den einen Schuh sehr weit aufgeschnitten hat. Das bedeutet, dass der verletzte Fuß ständig nass ist, was die Heilung nich unbedingt fördert. Der selbst behandelte Zeh war heute o.k. aber dafür ist der daneben nun stark entzündet. Da hilft leider nur noch eins - Zähne zusammen beißen und die letzten 9 Tage runter zählen bis es vorbei ist.

Morgen gibt es wieder eine 80 KM Etappe. Drei Tage geht es noch durch Schweden, dann zwei Tage durch Finnland und die restlichen 4 Tage wird auf norwegischem Boden gelaufen.

An Platz 13 für Achim wird sich voraussichtlich nichts mehr ändern, da nach vorne, wie nach hinten mehrere Stunden Luft sind. Immer unter der Voraussetzung, dass alle, einschließlich Achim, gesund bleiben und keine ganz gravierenden Probleme auftauchen.

13.06.2009

Ich überlege jetzt, was ich schreiben soll, war es ein guter Tag oder ein ganz schlechter Tag für Achim, eigentlich beides. Nun zur Erklärung, gut war: Wetter trocken, aber kalt. Der Schmerz im Fuß war da, aber irgendwie auszuhalten. Zeit und Platzierung super, mit fast 10 km/h im Schnitt und einem 10. Platz heute waren selbst die Spitzenläufer heute nicht sehr viel schneller. Für Achim war das der schnellste Schnitt und der beste Platz der ganzen Woche.

Was läßt mich überlegen, ob es vielleicht ein schlechter Tag war? Achim läuft die meiste Zeit mit einer kleinen Trinkflasche, die er an den Verpflegungspunkten immer wieder füllt, denn meist sind diese zu weit auseinander um nichts dazwischen zu trinken. Nachdem er mal wieder einen Schluck genommen hat und sich auf das Zuschrauben der Flasche konzentriert hat, ist er gestolpert und ganz dumm auf den Asphalt gefallen. Die Strassen sind sehr rauh und das Ergebis waren Schürfwunden an den Händen, eine Hand völlig geschwollen, das Gesicht blutüberströmt. Von da an tat ihm alles weh und er hat sich gedacht, Zitat: "Sch...egal, an nichts mehr denken, alles ausschalten und einfach laufen". Von da an hat er einfach alle, die er vor sich sehen konnte eingesammelt - ganz einfache Taktik, ich versuche mal mir diese zu merken.

Er war heute der meist fotografierteste Läufer im Ziel, denn genauso blutig ist er eingelaufen.

Die beiden schwedischen Läufer meinten heute morgen zu ihm: "Der alte Mann mit den kaputten Füssen läuft wie ein Uhrwerk". Wenn man mal einen Blick auf die Durchnittsgeschwindigkeiten der einzelnen Etappen wirft, bekommt man dies bestätigt, keine besonderen Durchhänger, aber auch keine Etappen, auf denen er völlig überzogen hat, um irgendwen zu beeindrucken. Schöne konstante Leistung, von einem Läufer, der weiß was er kann und was gut ist.

14.06.2009

Bei leichtem Nieselregen und 6°C war heute der Start, die gesamte Strecke war nass und kalt, 7 KM vor Ende fing es dann richtig an zu schütten. Ich hatte gestern ganz vergessen zu berichten, dass der Nagel am großen Zeh, den Achim alleine nicht ganz entfernen konnte, zusammen mit dem Sanitäter noch ganz beseitig wurde. Das war dann heute morgen eine ziemlich große offene Wunde, was dann Laufen bei Regen bedeutet brauche ich wohl nicht mehr erklären. Die anderen Verletzungen sind auch noch da, Abschürfungen im Gesicht und die rechte Hand sehr geschwollen und blau und grün. Aber darüber spricht Achim gar nicht, manchmal frage ich vorsichtig nach. Ich würde vermutlich nur jammern, Mädchen eben :-)

Das Etappenziel liegt direkt an der schwedischen Grenze, hat 300 Einwohner und die nördlichste Kirche Schwedens. Morgen wird dann nach wenigen Hundert Metern die Grenze nach Finnland überschritten. Nicht nur wieder ein ganzes Land geschafft morgen, sondern auch die 4.000 KM Marke. 500 KM noch bis zum Nordkap, das sind nicht mal mehr 12 Marathons, für die Läufer ist das Ziel zum Greifen nahe, wenn auch manchem Leser schon die Zahl 500 unvorstellbar vorkommt.

Gelaufen ist Achim übrigens wie immer auf den kürzeren Etappen etwas langsamer, dabei verliert man einfach nicht so viel Zeit, wie bei den langen Strecken und kann diese dann erholter angehen. Morgen übrigens 66 KM durch Finnland, immer geradeaus auf der E8

15.06.2009

Zum Start 6°C und heftiger Regen, der sich in den ersten zwei Stunden sintflutartig über die Läufer ergoß. Wasser auf der Strasse und von oben ohne Ende. Dazu ein schwarzer Gewitter-Himmel, es war auf jeden Fall dunkler als nachts, denn da oben wird es ja nicht mehr dunkel.

Als Entschädigung gab es dann Sonne im Ziel, Achim geniesst es, dass es mal ein wenig warm ist. Ansonsten ist alles normal gelaufen, Tempo etwas höher als gestern, dabei hat er sich heute noch Zeit zum Fotografieren genommen.

Morgen sind 82 KM zu laufen, nach 37 KM wird Finnland schon wieder verlassen und es geht nach Norwegen.

16.06.2009

Norwegen !!! Das Laufwetter heute: Regen beim Start, Regen im Ziel, dazwischen mal zwei bis drei Stunden trocken, Temperaturen um 4°C. Dazu gab es heute eisigen Wind und es gibt keinen schützenden Wald mehr, sodass es noch viel kälter erscheint.

Gelaufen ist Achim super, die langen Etappen liegen ihm einfach besser, das macht sich auch gleich in der Tageswertung bemerkbar. Heute hat er am Telefon sehr bedauert, dass nicht jeden Tag Etappen von 90 KM und mehr zu laufen waren, für ihn wäre es sicher besser gewesen und alle hätten schneller das Nordkap erreicht.

Von 67 gestarteten Läufern sind heute noch 45 dabei, sogar in den letzten drei Tagen sind noch Teilnehmer ausgeschieden, darunter auch die bislang führende Frau aus Japan. Aber was nutzen die Zwischenergebnisse, Ziel ist nun mal Nordkap, wie sagte schon Emil Zatopek, die Lokomotive "Über lange Strecken gewinnt oft nicht der Bessere, sondern der, der weniger Fehler macht"

Fünf Tage noch!!! Morgen "Pause" mit 62 KM und dann kommen noch mal drei lange Etappen nach Achims Geschmack. Die letzte am Sonntag ist dann wie bei der Tour de France, kurz und gemütlich zum Geniessen.

17.06.2009

Super gelaufen heute! Es ist kalt in Norwegen, heute morgen 1°C, aber wenigstens mal trocken. Heute Nacht war die ganze Zeit Sonne. Ist wohl merkwürdig, wenn man nachts bei Sonnenschein im Bett liegt und schlafen soll.

Das Laufen macht ihm richtig Spaß und er gehört zu denen, die noch nicht kaputt sind und wahrscheinlich noch lange durchhalten könnten. Achim wundert sich manchmal, wie einige mit ihren Verletzungen überhaupt noch laufen können. Hoffentlich halten alle noch die veir Tage durch. Achim hat seine Problemchen (wenn man andere sieht, sind es wirklich nur Kleinigkeiten) wieder gut im Griff.

Ich bin ganz schön stolz auf ihn!!!

18.06.2009

So, liebe Fans von Achim, ich verabschiede mich hier schon mal als Berichterstatter, da ich ab morgen für einige Zeit beruflich auf Mallorca bin. Ich bedanke mich bei allen, die die lange Zeit an Achim gedacht haben und hier die täglichen News gelesen haben und ihn hin und wieder aufgemuntert haben. Wenn es möglich ist, schreibe ich die letzten Tage ein paar Zeilen in sein Gästebuch und später noch mal einen kleinen Abschlußbericht hier an dieser Stelle, dauert aber leider bis zum 28. Juni.

Aber nun zu heute: Achim ist wieder flott unterwegs gewesen, in 9:13 Std. über 86 KM, wobei die ersten 50 KM sehr schwer mit viel bergauf / bergab zu laufen waren. Dafür war aber das Wetter gut, Sonne und nicht so kalt, wobei ich nicht so kalt etwas erklären muss, das waren knapp über 10°C (kaum vorstellbar bei mir ist sooo heiß, fast 30°C). Die Landschaft war ebenfalls traumhaft schön, Flüsse, Wasserfälle, verschneite Berge. Achim kennt diesen Teil der Strecke, hier ist er die ersten Kilometer seiner Europadurchquerung im Jahr 2000 auch gelaufen. Viele schöne Fotos hat er heute unterwegs gemacht. Außerdem gab es jede Menge Rentiere zu sehen.

Ansonsten gibt es noch ein wenig Hoffnung, dass er es noch einen Platz weiter nach vorne schaffen kann, auf Platz 12. Das motiviert ihn die letzten Tage noch mal schnell zu laufen und ich finde es toll, dass er es versucht. Genauso versucht der Norweger natürlich seinen Platz zu verteidigen, wenn dieser auch derzeit starke Knieprobleme hat, er ist aber auch einige Tage ein absolutes Höllentempo gelaufen, vielleicht wäre etwas weniger schnell da besser gewesen. Läßt sich leicht sagen von zuhause am PC sitzend, auf jeden Fall ist auch er ein tolles Rennen gelaufen.

Morgen ist noch mal eine ganz harte Etappe mit 93 KM, übermorgen 81,5 KM.

Nun drücke ich Achim ganz fest die Daumen für die letzten drei Tage und wünsche mir, dass er gesund und munter bei mir zuhause ankommt.

21.06.2009

Nordkap erreicht !! Herzlichen Glückwunsch Achim !!

Eine lange Reise ist beendet 4.500 KM - 64 Tage laufen - eine wahnsinnge Leistung und Achim ist froh, dass er morgen nicht raus in den Regen und die Kälte muss. Die letzten drei Etappen waren die härtesten der ganzen Tour, und das am Ende, wo alle Körper ausgezehrt und müde sind. Die 93er Etappe war vom Profil her sehr schwer. Die 82er am vorletzten Tag war für fast alle ein Kampf überhaupt ins Ziel zu kommen. Gelaufen wurde am Meer, teilweise ging es auf 180 m Höhe rauf, der Wind war eiskalt bei einem Grad über Null mit Windstärke 6 von vorne, dabei wieder Regen, Regen, Regen. Der Sanitäter hatte viele Unterkühlungen zu versorgen. Achim musste sich sogar während der Etappe einmal für 15 Minuten ins beheizte Wohnmobil zum aufwärmen setzen, weil er sich vor Kälte kaum noch bewegen konnte, vor allem der Fuß mit dem aufgeschnittenen Schuh war kurz vor dem Erfrieren. Durch den starken Wind haben alle deutlich länger als sonst gebraucht.

Die letzte Etappe war zwar kurz, keine 50 KM, aber der Wind noch stärker mit Windstärke 9, wieder von vorne, wieder eiskalt, wieder Eisregen.

Schade für alle war wirklich, dass gerade bei der Zieletappe die Wetterbedingungen so hart waren, so konnte sicherlich keiner so richtig seinen Erfolg geniessen, im Ziel konnte man sich nicht aufhalten, sondern mußte gleich wieder zurück fahren nach Hönningsvag. Achim hat auch nur ganz schnell ein Foto gemacht und ist dann ins Wohnmobil geflüchtet.